Leistungen

Kiefergelenksbeschwerden

Nur Knacken, Reiben, Knirschen?

Was?

Kiefergelenksbeschwerden

Das menschliche Kauorgan besteht neben den Zähnen als zentralem Bestandteil auch aus einem äußerst komplexen System aus Knochen, Sehnen, Gelenken, Muskeln sowie einer enormen Vielfalt an Gefäßen und Nerven. Die Kiefergelenke ermöglichen dabei die bewegliche Verbindung zwischen Unterkiefer und dem Schädelknochen.
Ein besonderes Merkmal, welches das Kiefergelenk einzigartig im menschlichen Körper macht, ist dessen Bewegungsmöglichkeit: Es ermöglicht nämlich nicht nur eine reine Rotation des Gelenkkopfes innerhalb der Gelenkpfanne, sondern auch eine zusätzliche Gleitbewegung. Die Bewegung verläuft bei gesunden Gelenken ohne Einschränkungen und natürlich schmerzfrei.

Durch bakterielle Infektionen oder Einflüsse aus dem rheumatischen Formenkreis können die Kiefergelenke jedoch erkranken. Eine Arthritis oder Arthrose ist die Folge.
Aus einer Fehlbelastung des Kausystems kann ebenfalls eine Erkrankung der Kiefergelenke resultieren. Man spricht hierbei von einer „CMD“ (cranio-mandibuläre-Dysfunktion). Ursache dieses meist sehr viel häufigeren Krankheitsbildes können Fehlstellungen der Zähne, zu hohe Füllungen oder unphysiologisch gestalteter oder abgenutzter Zahnersatz sein. Auch das Abbauen von Stress erfolgt oftmals über die Zähne – nicht umsonst heißt es auch im Volksmund, dass man sich „durchbeißen“ muss. Diese Belastung der Zähne liegt bei vielen Menschen in ihrem Ausmaß weit über dem normalen Kaudruck, für den Knochen, Gelenke und Zähne ausgelegt sind und findet zudem auch oft unbewusst statt, z.B. nachts oder unter starker Konzentration. Weiterhin können Fehlstellungen des gesamten Skelettsystems, besonders der Halswirbelsäule oder verspannter Muskulatur aus dem Nackenbereich ursächlich für Fehlbelastungen im Kausystem sein.

Wie?

Die Therapiemaßnahme der Wahl besteht i.d.R. aus einer Kurzdiagnostik und folgender Sofortschiene, die einen direkten Kontakt der Zähne zueinander verhindert und zu einer Entspannung der Muskulatur führt. Falls notwendig erfolgen unterstützend physiotherapeutische Maßnahmen. Akute Beschwerden sind damit in den meisten Fällen bald rückläufig. Ziel der folgenden Untersuchung ist die Anfertigung einer Schiene mit adjustierter Oberfläche, d.h. eine Schiene herzustellen, die optimal an das bestehende Krankheitsbild angepasst ist und zu einer Verbesserung des Zustandes führen soll.
Nach der Schienentherapie folgt die Überführung des Zustandes in eine definitive Versorgung mittels Kieferorthopädie, gezieltem Einschleifen von Zähnen oder in Form einer Neuanfertigung von Zahnersatz in der Schienenposition.

Wer?

Eine Erkrankung am Kiefergelenk kann jeden Menschen treffen! Stress begünstigt das Entstehen einer funktionellen Erkrankung. Knirschen, Reiben und Pressen mit den Zähnen sind erste Anzeichen, die oft nachts auftreten. Schlifffacetten an den Zähnen sind meist Folge von Fehlbelastungen.

Wann?

Liegt eine Erkrankung am Kiefergelenk vor, die sich durch Pressen, Knacken, Reiben, Knirschen, Schmerzen, muskulärer Verspannung oder Schlifffacetten an den Zähnen zeigen kann, sollte umgehend eine Therapie eingeleitet werden. Ein Therapieerfolg kann bei Schmerzen meist innerhalb weniger Tage festgestellt werden.